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18Jan

Über 10 Million neue Hähnchen-Mastplätze

Grüne sehen in Boom der Massentierhaltung im Emsland große Probleme für Mensch, Tier und Umwelt

Im Landkreis Emsland wurden in den Jahren 2009 bis 2012 Hähnchenmastställe mit insgesamt über 10 Millionen Mastplätzen neu genehmigt oder beantragt. Das teilten die drei Grünen Landtagskandidaten im Emsland, Werner Henseleit, Norbert Knape und Birgit Kemmer unter Berufung auf eine Abfrage der Grünen-Bundestagsfraktion beim Landkreis Emsland mit. Darüber hinaus sind im Landkreis Emsland von 2009 bis 2012 Schweinemastställe mit rund 42.300 Mastplätzen neu genehmigt worden.

“Der Ausbau der von CDU und FDP umfangreich privilegierten industriellen Massentierhaltung bedeutet große Umwelt- und Tierschutzprobleme für unsere Region. Außerdem forciert er das Höfesterben und den Abbau bäuerlicher Arbeitsplätze im ländlichen Raum!” So sind in Niedersachsen nach Angaben der CDU/FDP-Regierung seit 2003 allein 30.000 landwirtschaftliche Arbeitsplätze verloren gegangen, teilte Norbert Knape mit.

Auch ohne den neuen Stallbauboom sei der Masttierbestand im Emsland hoch gewesen, so Werner Henseleit . Nach den Daten der Niedersächsischen Tiersuchenkasse wurden im Emsland Ende 2010 rund 26 Millionen Hähnchen und 1,6 Millionen Schweine gehalten

„Niedersachsen und vor allem unsere Region entwickelt sich immer mehr zum Eldorado der Massentierhaltung. Von den bundesweit knapp 40 Millionen neuen Hähnchenmastplätzen seit 2009 sind über 22 Millionen in Niedersachsen gebaut oder beantragt worden. Auch bei den Schweinen sind etwa die Hälfte der neuen Ställe in Niedersachsen entstanden. So kann es nicht weiter gehen. Wir brauchen dringend eine andere Agrarpolitik weg von den Tierfabriken“, fordert Birgit Kemmer.

Hauptverursacher des Stallbaubooms ist nach Meinung der Grünen die derzeitige Landesregierung. Das geltende Recht werde bei den Genehmigungen oft nicht angewandt, die ordnungsgemäße Ausbringung von Gülle und Mist kaum kontrolliert und die Infrastruktur der Massentierhaltung mit Millionensummen subventioniert. „Verlierer dieser Entwicklung sind die bäuerlichen Familienbetriebe. Die großen Mastbetriebe treiben die Pachtpreise für Nutzflächen so in die Höhe, dass sich die Pacht für die bäuerlichen Betriebe, die vom Ertrag der Flächen leben müssen, einfach nicht mehr rechnet“, beanstandet Norbert Knape.

Verfasst am 18.01.2013 um 18:51 Uhr von .
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